22.01.2026
In diesem Jahr erwarten Experten eine große Population des Eichenprozessionsspinners (EPS) im Landkreis Prignitz
Die Entwicklung hatte sich bereits im vergangenen Jahr abgezeichnet. Deshalb plant der Landkreis erstmals wieder eine großflächige Bekämpfung aus der Luft und ebenfalls vom Boden aus, informiert die Beigeordnete Dr. Sabine Kramer.
In den vergangenen Jahren wurde nur vom Boden aus bekämpft. Der letzte Einsatz aus der Luft erfolgte im Jahr 2021. Eine erfolgreiche Aktion ist aber nur möglich, wenn alle befallenen Gebiete bekämpft werden. Das schließt Bäume entlang der Landesstraßen, Waldflächen und Flächen des Landesamtes für Umwelt mit ein.
„Seit dem Spätsommer bemühen wir uns darum, die Maßnahme mit den zuständigen Landesbehörden abzustimmen“, sagt Sabine Kramer. Während der Landesstraßenbetrieb Straßenwesen früh seine Zusage gab, hatte das Landesamt für Umwelt (LfU) zunächst ablehnend reagiert, während der Landesbetrieb Forst grundsätzlich für eine Beteiligung offen war, aber auf ein Signal aus dem Ministerium gewartet hatte.
„Erst in den vergangenen Tagen hatte das LfU seine Haltung revidiert“, freut sich Sabine Kramer. Vorausgegangen waren mehrere Schreiben von Landrat Christian Müller an das zuständige Brandenburger Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt sowie an Ministerin Hanka Mittelstädt. Es gab auch persönliche Gespräche mit den Verantwortlichen zu dieser Thematik, bestätigt Sabine Kramer.
„Nach dem Landesbetrieb Straßenwesen hat sich auch der Landesbetrieb Forst zu einer gemeinsamen Bekämpfung des EPS in der Prignitz und zur Kostenübernahme für ihre jeweiligen Flächen bekannt“, informiert Sabine Kramer über den aktuellen Stand.
Auch das Landesamt für Umwelt ist jetzt dabei, eine entsprechende Bekämpfungskulisse abzustimmen. „Wir wünschen uns, dass dies sehr zügig erfolgt, denn die Zeit drängt“, mahnt Kramer.
Die erforderliche EU-weite Ausschreibung hat der Landkreis bereits in die Wege geleitet. Nächste Schritte werden die finale Abstimmung der Bekämpfungskulisse und der Abschluss der Kooperationsvereinbarungen mit allen Partnern sein.
„Wir freuen uns, dass das Land jetzt ebenfalls die Notwendigkeit der Bekämpfdung sieht und wir sind guter Hoffnung, dass wir nach zähem Ringen doch noch zu einer gemeinsamen lückenlosen Bekämpfung der befallenen Flächen kommen werden“, sagt Sabine Kramer.
© Landkreis Prignitz
