Lutz Dieckmann geht in den Ruhestand

27.01.2026

Nach fast 34 Jahren im Dienst wird Lutz Dieckmann am 30. Januar als Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Landkreis Prignitz (ÄLRD) in den Ruhestand verabschiedet. Nach dieser langen Zeit blickt er zufrieden zurück auf das, was erreicht worden ist.

Foto: Bernd Atzenroth / Landkreis Prignitz

Mit einem Abschiedsgeschenk bedachte Landrat Christian Müller am Freitag, 30. Januar, den langjährigen Ärztlichen Leiter Rettungsdienst beim Rettungsdienst Prignitz, Lutz Dieckmann, bei seiner Verabschiedung nach fast 34 Dienstjahren. Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschützer und nicht zuletzt Rettungsdienstler ließen sich diesen Termin am Freitag nicht entgehen und würdigten den angehenden Rentner dabei gebührend.

 
Lutz Dieckmann in Einsatzkleidung vor seinem Dienstfahrzeug: Nach fast 34 Jahren geht der Ärztliche Leiter Rettungsdienst und Leitende Notarzt nun in den wohlverdienten Ruhestand. Foto: Bernd Atzenrothzoom

Alles begann am 1. Juli 1992, als Lutz Dieckmann eine Anstellung im Krankenhaus Wittenberge als Leiter der Inneren Intensivstation antrat. Am 1. Oktober 1992 folgte dann die Berufung zum Ärztlichen Leiter Rettungsdienst im Landkreis Prignitz. Leistungserbringer war zu jener Zeit das Deutsche Rote Kreuz (DRK) im Landkreis Prignitz.

Die größte Herausforderung war laut Dieckmann zu jener Zeit, den damaligen Notärzten die neu eingeführten Standards zu vermitteln. Zu den Hauptaufgaben gehörten unter anderem die Standardisierung der Fahrzeugausstattung nach der DIN und darüber hinaus.

Aufbau des notärztlichen Dienstes in den 90er Jahren

Von Oktober 1992 bis Oktober 1993 war Lutz Dieckmann mit wenigen Ausnahmen im Dauerdienst als Leitender Notarzt (LNA). Denn in der Anfangszeit musste er auch als Leitender Notarzt noch viel mehr selbst den Notdienst verrichten – ein funktionierendes System mit ausreichend personeller Ausstattung musste noch entwickelt werden.

Dazu wurde folgerichtig im Oktober 1993 eine LNA-Gruppe im Landkreis aufgebaut; die Dienste wurden entsprechend dem Dienstplan verteilt. In den Jahren 1993 und 1994 begann man, sich mit anderen Rettungsdienstbereichen zu vernetzen, so mit den Landkreisen Ludwigslust und Parchim, insbesondere aber mit Seehausen und dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin (Wittstock).

Mitte der 90iger Jahre war Lutz Dieckmann maßgeblich am Aufbau der Gruppe der Ärztlichen Leiter im Land Brandenburg beteiligt.

Von 1995 bis 2016 wirkte er bei der Ausbildung neuer Leitender Notärzte für die Landesärztekammer mit.

Von 1997 bis 2007 war Lutz Dieckmann an der Ausbildung von Notärzten in der kardiologischen Notfallmedizin für die Landesärztekammer beteiligt.

Von 1993 bis heute ist er an der Ausbildung des ärztlichen und nichtärztlichen Personals für den Rettungsdienst Landkreis Prignitz beteiligt und dafür verantwortlich.

2003 bundesweit einmalig, mehrfach kopiert: Der Verein Notärzte Prignitz e.V.

Aufgrund der Zusammenlegung der Krankenhäuser Wittenberge und Perleberg nach Perleberg im Jahr 2003 war es für das Kreiskankenhaus nicht möglich, zwei Notarztstandorte - Wittenberge und Perleberg - über 24 Stunden zu besetzen. Daraufhin entstand die Idee, den Verein Notärzte Prignitz e.V. zu gründen.

Dieser Verein bietet bis heute eine Plattform für alle Ärzte, auch für niedergelassene Ärzte, die über die entsprechenden Qualifikationen verfügen, mitzuwirken. Lutz Dieckmann war an der Gründung maßgeblich beteiligt.

Damals war dies ein bundesweit einmaliges Modell. Es wurde mehrfach kopiert und ist bis heute sehr erfolgreich.

Heute ist Lutz Dieckmann stolz darauf, wie gut der Notärztliche Dienst funktioniert, auch eingedenk dessen, dass die langen Wege in einer ländlichen Region die Sache nicht leichter machen. „Wir waren der Landkreis mit eindeutig der niedrigsten Beschwerderate“, sagt er und freut sich vor diesem Hintergrund besonders darüber.

Auch bei Rettungsassistenten der Zeit voraus

Bereits vor Einführung des Notfallsanitätergesetzes gab es in der Prignitz eine große Gruppe von Rettungsassistenten, denen durch den ÄLRD ärztliche Maßnahmen übertragen wurden. Es handelte sich um das Notkompetenzteam. „Wir waren der Zeit voraus“, sagt Dieckmann dazu.

Nach der Einführung des Notfallsanitätergesetzes im Jahr 2014 begann im Landkreis Prignitz 2017 die Umsetzung in Form von Delegation notärztlicher Maßnahmen auf die ersten ausgebildeten Notfallsanitäter. Alle Legitimationsgespräche und in den Folgejahren die Refreshergespräche wurden und werden von Lutz Dieckmann durchgeführt.

Der Prignitzer Weg: Kurze Wege, direkter Austausch

Lutz Dieckmann war immer um eine gute Zusammenarbeit zwischen den an der Notfallrettung beteiligten Organisationen, wie zum Beispiel Feuerwehr und Polizei, bemüht. Als Ergebnis treffen sich seit 2024 Polizei und Rettungsdienst zur gegenseitigen Ausbildung. Daraus resultiert eine erheblich bessere Zusammenarbeit in den Einsätzen.

Ein Grund dafür ist sicher auch der Prignizer Weg, den man hier gegangen ist: Nämlich dem kurzen Draht zwischen allen wichtigen Entscheidungsträgern. „Wir hatten fast wöchentlich Beratungen zwischen Werkleiter, Amtsleiter und Notarzt“, erzählt Diekmann und ergänzt, dass es auch eine gewachsene Verbindungsachse mit der Polizei gebe, mit der man auch manchmal auftretende Probleme sofort aus der Welt geschafft habe.

Dann gab es für spezielle Fälle noch die Einsatzgruppe von Polizei, sozialpsychiatrischem Dienst, Psychiatrie und leitendem Notarzt. Alles in allem gibt es also gewachsene Strukturen, die ein schnelles und schlagkräftiges Handeln ermöglichen, weil es kurze Wege gibt und sich alle beteiligten Akteure gut kennen.

Dazu gehört für Lutz Dieckmann auch eine funktionierende Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung. Auch hier gibt es kurze Wege und die Struktur mit der Bildung eines Eigenbetriebes Rettungsdienst hat sich bewährt, wie René Glaeser, Leiter des Prignitzer Rettungsdienstes ergänzt.

Lutz Dieckmann ist auch jemand, über den zum Beispiel René Glaeser sagt: „Egal zu welcher Zeit – Sie konnten ihn immer anrufen.“ Das ist selbst im Urlaub manchmal passiert. Nun wird er sich zurückziehen, auch wenn er natürlich weiter ein offenes Ohr für Fragen haben wird. Doch nun geht der Staffelstab an seinen Nachfolger weiter, der demnächst benannt wird.

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