23.06.2026
Jahresbericht 2025 veröffentlicht: landesweit 58 Natur- und Artenschutzprojekte gefördert - eine Mitteilung des Ministeriums für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg
Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg hat im Jahr 2025 landesweit 58 Natur- und Artenschutzprojekte von Partnern gefördert und außerdem 43 eigene Projekte umgesetzt. Rund 13,5 Millionen Euro hat die Landesstiftung hierfür investiert und damit Maßnahmen mit einem Gesamtvolumen von 18,2 Millionen Euro ermöglicht. Das geht aus dem Jahresbericht 2025 hervor, der jetzt veröffentlicht wurde. Die öffentlich-rechtliche Naturschutzstiftung des Landes Brandenburg wurde im Jahr 1995 errichtet. Umweltministerin Hanka Mittelstädt ist Vorsitzende des Stiftungsrates.
Umweltministerin Mittelstädt: „Die von der Stiftung bereitgestellten Gelder liegen das dritte Jahr in Folge zwischen 13 und 15 Millionen Euro und damit weiter auf Rekordniveau. Das ist eine sehr gute Nachricht für Brandenburgs Natur und für alle, die sich mit großem Engagement für Brandenburgs Pflanzen, Tiere und deren Lebensräume einsetzen. Der NaturSchutzFonds ist und bleibt ein zuverlässiger Partner, der Fördermittel schnell und wirksam vor allem im ländlichen Raum zur Verfügung stellt. Über ein Drittel der insgesamt 101 Förder- und Stiftungsprojekte hat einen Wasserbezug. Kleingewässer und Moore werden revitalisiert, Stauanlagen für einen besseren Wasserrückhalt instandgesetzt, natürliche Strukturen in Flüssen und Bächen geschaffen oder deren ökologische Durchgängigkeit wiederhergestellt.“
Mehr Wasserrückhalt in der Landschaft, Hecken- und Baumpflanzungen in der Agrarlandschaft, bessere Lebensbedingungen für bedrohte Amphibien oder neue Quartiere für Weißstörche, Schwalben und Fledermäuse: In zwölf Landkreisen und in der Stadt Cottbus war die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg im vergangenen Jahr aktiv. Die meisten Projekte wurden 2025 in den Landkreisen Uckermark (16), Prignitz, Ostprignitz-Ruppin, Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße (jeweils 9) sowie in Märkisch-Oderland (7) gefördert und umgesetzt. Umweltministerin Mittelstädt: „Wasser ist eine zentrale Ressource für das Leben und wird zunehmend knapper. Wir müssen es daher überall in der Landschaft halten und möglichst viel Grundwasser speichern. Die Gewässerunterhaltungsverbände sind hierfür erfahrene und leistungsfähige Partner.“
So geht der Gewässerverband Spree-Neiße mit Stiftungs-Förderung gleich sechs neue Projekte im Landkreis Spree-Neiße und in Cottbus an. In der Gemeinde Teichland baut der Verband in den Maiberger Lasszinswiesen unter anderem zwei marode Stauanlagen im östlichen Einzugsgebiet der Wiesen neu, um das Staugürtelsystem wiederherzustellen. Zudem soll der Wiederanschluss von zwei Gräben an den Mauster Graben das Wasser zurück in den südlichen Bereich der Lasszinswiesen bringen. Im Euloer Bruch nahe Forst (Lausitz) stoppt der Gewässerverband die Entwässerung, indem er eine neue Stauanlage und drei Stützschwellen errichtet.
Der Wasser- und Landschaftspflegeverband „Untere Spree“ setzt mit Fördergeldern im Landkreis Oder-Spree ebenfalls zahlreiche Wasserbauarbeiten um. Ziel des Verbandes ist es unter anderem, den ökologischen Zustand von Fließgewässern in der Gemeinde Grünheide und den Ämtern Spreenhagen und Odervorland zu verbessern.
Um Brandenburgs Landschaften besser an die Folgen des Klimawandels anzupassen, sind allein fünf Millionen Euro als Aktionsprogramm „Wasserhaushalt PLUS“ im aktuellen Stiftungshaushalt reserviert.
Dr. Holger Rößling, Geschäftsführer des NaturSchutzFonds: „Nach nur sechs Monaten sind bereits mehr als die Hälfte der Mittel für Projekte von Gewässerunterhaltungsverbänden sowie von Landkreisen, Städten und Gemeinden verplant. Das zeigt, dass wir mit geringem bürokratischem Aufwand schnell spürbare Verbesserungen in der Landschaft erreichen können.“
Stiftungseigene Projekte
Der NaturSchutzFonds hat im vergangenen Jahr 43 eigene Projekte realisiert und zum Beispiel in Zusammenarbeit mit dem Ökohof Gotsgarten aus Schmerkendorf im Landkreis Elbe-Elster drei Kleingewässer anlegen lassen. Die Arbeiten waren der Auftakt für das landesweite Amphibien-Schutzprojekt „FROG“: In den nächsten Jahren wird die Stiftung in zehn Landkreisen und in der Stadt Frankfurt/Oder zahlreiche Kleingewässer, Fließgewässer und ein Moor als Lebensräume für Frösche, Kröten und Molche herrichten.
Im Rahmen ihres landesweiten EU-Projekts „LIFE Bachmuschel“ setzte die Stiftung an der Dosse, am Rheinsberger und am Kleinem Rhin im Landkreis Ostprignitz-Ruppin weitere Maßnahmen für gesunde Gewässer fort: Der Einbau von Kies, Feldsteinen und Totholz soll die natürliche Dynamik der drei Flüsse fördern und wertvolle Lebensräume für bedrohte Fischarten und Muscheln schaffen.
Stiftungsrat beschließt weitere Fördergelder
Auf seiner Juni-Sitzung im Lilienthal-Centrum in Stölln (Landkreis Havelland) hat der Stiftungsrat des NaturSchutzFonds weitere 1,9 Millionen Euro Fördermittel für sieben große Projekte beschlossen, zum Beispiel für kilometerlange Heckenpflanzungen in den Landkreisen Prignitz, Ostprignitz-Ruppin und Uckermark oder die Renaturierung von Kleingewässern im Havelland.
Die auf der Sitzung vom Stiftungsrat beschlossenen Fördergelder der Landesstiftung stammen aus den Ersatzzahlungen. Diese Zahlungen werden von den Verursachern von Eingriffen für die Versiegelung von Böden oder den Bau von Windenergieanlagen und Antennenmasten geleistet. Die Stiftung verwaltet und verausgabt diese Gelder für das Land Brandenburg und sorgt durch ihre Arbeit dafür, dass die Mittel wieder in den Landkreisen und Naturräumen eingesetzt werden, in denen die Eingriffe verursacht wurden.
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